Wichtel, Vögel, Engel, Herzen – und all dies aus Holz

„Oft entsteht erst bei der Bearbeitung eines Stückes Holz die Idee für das Kunstwerk, Form, Farbe und Struktur liefern die Inspiration“, darin waren sich Jürgen Schäfer aus Forchheim und Franz Weisenburger aus Neuburgweier bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Holzkunst – Holz trifft Leidenschaft“ im Museum in Neuburgweier einig. Ihre Leidenschaft für Holz war für die zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung – die St.-Ursula-Kapelle war bis auf den letzten Platz belegt – in den einführenden Worten der beiden Künstler spürbar und auch Oberbürgermeister Sebastian Schrempp zeigte sich in seiner Begrüßung von Holz als Werkstoff begeistert. Umrahmt wurden die kurzen Ansprachen durch Musik des Flötenduos Caroline Weiler und Anna Lauber.

 Bei dem anschließenden Besuch der Ausstellung ging es dann im Museum angesichts der großen Gästezahl richtig eng zu, alle drängten sich um die ausgestellten Exponate. „Auf eine solche Idee muss man erst einmal kommen“, staunte eine Besucherin vor der alten Wasserwaage, die Franz Weisenburger in ein tanzendes Paar verwandelt hat. Neben Holz verwendet Franz Weisenburger gerne altes Werkzeug wie eine Rebschere, eine Fahrradkette oder alte Nägel und gibt ihnen in Kombination mit Holz eine völlig neue Funktion. So entstehen in seiner Werkstatt vorzugsweise Familien, Paare und Vögel, aber auch Kunstwerke wie ein altes Ruderblatt mit eingesetzten bunten Glassteinen. „Ich probiere ständig Neues aus, manches davon landet am Ende aber auch in unserem Holzofen“, hat Jürgen Schäfer verraten. Neben den verschiedenen Holzskulpturen gilt eine Vorliebe seinen Wichteln, von denen jeder bei der Gestaltung seine ganz individuelle Note erhält. In seiner Werkstatt steht aber auch eine Drechselmaschine, mit ihr stellt er unter anderem Federhalter und Kugelschreiber aus Holz her. Eine beeindruckende Auswahl der Stifte zeigt er in einer Ausstellungsvitrine. Nicht nur, dass sich das Holz je nach Baumart stark unterscheidet, hier hat Jürgen Schäfer auch mit dem Inneren eines Maiskolbens und einem Tannenzapfen experimentiert.

 „Eine wirklich beeindruckende Ausstellung und toll, wie gut sich die beiden Künstler ergänzen!“ Bei solchen Aussagen war den Gästen der Ausstellungseröffnung ihre Begeisterung anzumerken und viele nahmen sich vor, die Ausstellung noch einmal in Ruhe zu besuchen. Und wer weiß, vielleicht fühlt sich der eine oder die andere beim nächsten Spaziergang auch von der Wurzel am Wegrand oder dem Schwemmholz am Rheinufer zu einem eigenen Kunstwerk inspiriert!

 Die Sonderausstellung „Holzkunst – Holz trifft Leidenschaft“ ist noch bis zum 20. Dezember 2026 jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr im Museum zu besichtigen, für Gruppen können auch Besuche außerhalb der Öffnungszeiten vereinbart werden (museum@rheinstetten.de; 07242/9514-450). Der Eintritt in die Ausstellung ist kostenfrei.